Ein neues Jahr, ein NEUES Leben!


Während überall der Jahreswechsel mit Feuerwerken gefeiert wird, füllt sich mein Herz zu dieser Zeit mit einem wahren Feuerwerk der Freude und Dankbarkeit bei der Erinnerung an jenen Moment vor acht Jahren, als für mich nicht nur ein neues Jahr, sondern auch ein ganz neues Leben begonnen hat. Anlässlich des Jahrestages schreibe ich dieses Zeugnis.

 

Meine Kindheit war geprägt von der frühen Scheidung meiner Eltern und einer von Geburt an bestehenden körperlichen Beeinträchtigung. Das Gefühl, im Abseits zu stehen und auf vieles verzichten zu müssen, machte mich traurig und ich zog mich immer mehr zurück.

 

In meiner Jugend entwickelte sich daraus eine große Sinnkrise. Ich wusste einfach keine Antwort auf die Frage, wozu dieses Leben gut sein und was ich damit anfangen sollte. So geschah auch die Entscheidung, nach der Schule Salzburg zu verlassen und in Wien BWL zu studieren, nicht aus Überzeugung, sondern es war eine Flucht aus meinem bisherigen Leben. Immer wieder wollte ich alles hinschmeißen und so habe ich auch das Studium abgebrochen.

 

Ähnlich ging es mir auch mit dem Glauben. Ich war ein typischer „Taufscheinchrist“, der sich meist nur zu Weihnachten und zu Ostern in der Kirche blicken ließ. Ich fühlte mich nicht nur von der Welt, sondern auch von Gott alleingelassen. Mit 20 Jahren fuhr ich zum ersten Mal nach Medjugorje. Dort spürte ich, dass mein Leben in eine falsche Richtung lief und so unternahm ich erste zaghafte Schritte der Umkehr. Leider gab es damals noch keine Jugendfestivals, kein Pfingstfest in Salzburg, und so stand ich daheim im Alltag wieder mitten in der Wüste.

Ich hatte nicht die Geborgenheit einer Gemeinschaft Gleichgesinnter, sondern war damals in den falschen Kreisen, und so stürzte ich immer wieder in mein altes Leben ab.

Immer öfter versuchte ich, meine Sinnkrise und meine Traurigkeit mit Alkohol zu betäuben, aber spätestens mit dem Aufwachen am nächsten Tag wurde alles noch schlimmer.

 

So ging also meine Wiener Zeit wenig ruhmreich zu Ende, und ich landete wieder in Salzburg und begann zu arbeiten. An den Wochenenden stürzte ich mich weiterhin ins Nachtleben. Die genialen A.F.F.E.-Nächte gab es noch nicht, niemand holte mich mit wundertätigen Medaillen aus den Lokalen und so haderte ich weiter mit meiner Sinnkrise.

 

Das Jahr 2003 sollte der Wendepunkt in meinem Leben werden, und es war das Kreuz, das diese Wende einleitete.

Am Vorabend meines Geburtstages brach ich mir bei einem Fahrradunfall die Hand. Ich bekam als zweifelhaftes Geburtstagsgeschenk für die nächsten sechs Wochen einen Gips und musste meine Pläne für diesen wunderschönen Sommer, in dem die Temperaturen konstant über 30 Grad lagen, von einem Tag auf den anderen begraben.

 

Danach folgten weitere sechs Wochen Therapie, um die Beweglichkeit der Hand wieder herzustellen. Zu allem Überfluss verletzte ich mich dann noch am Fuß und die Wunde wollte wochenlang nicht heilen. Ich hatte einen Verband und passte damit in keinen Schuh hinein.

Meine ohnehin verminderte Mobilität wurde dadurch noch weiter eingeschränkt.

Es vergingen Wochen und die Ärzte waren bei den Kontrolluntersuchungen ratlos.

 

Schließlich spürte ich, dass ich am Ende meiner Kräfte war. Ich wusste einfach nicht mehr weiter, und so lernte ich in einer schlaflosen Nacht das Beten wieder, indem ich einfach aus Leibeskräften um Hilfe schrie.

In diesem Moment erfüllte sich in meinem Leben das Evangelium vom verlorenen Sohn. Der barmherzige Vater machte mir keine Vorwürfe, obwohl er wahrlich Grund genug dazu gehabt hätte, sondern er eilte mir, dem verlorenen Sohn entgegen, um mich in die Arme zu schließen!

Von da an fand ich den Frieden wieder, ich ging betend und segnend ins Krankenhaus zu den Untersuchungen. Plötzlich begann auch meine Wunde zu heilen. Kurz vor Weihnachten war es endlich so weit, dass ich wieder ohne Verband auf den Beinen war.

 

Für Silvester 2003 hatte ich geplant, nach Wien zu fahren und dort wie gewohnt Party zu machen, und ich war sehr erleichtert, diesen Plan nun in die Tat umsetzen zu können Noch konnte ich nicht ahnen, dass dieser Jahreswechsel mein Leben für immer verändern sollte.

 

Dann kam mir der Gedanke, dass ich ja vor der großen Silvesterparty noch kurz in die Anbetung gehen könnte, um dem Herrn dafür zu danken, dass dieses so herausfordernde Jahr so gut zu Ende gegangen war.

 

So begab ich mich also an diesem 31. Dezember 2003 direkt vom Bahnhof zum Stephansdom in die Anbetungskapelle. Aus der geplanten kurzen Danksagung wurde eine komplette Lebensübergabe, in der ich Jesus mein ganzes Leben mit allen Schmerzen, aller Traurigkeit und allen Sinnfragen hinlegte und auch um einen Neubeginn im Glauben betete. Als ich eine Stunde später die Kapelle verließ, fühlte ich mich mindestens zehn Kilo leichter.

In Gedanken versunken, stieg ich in die nächste U-Bahn ein. Plötzlich, zwischen zwei Stationen, vernahm ich, ohne akustisch etwas zu hören, eine innere Stimme in meinem Herzen mit den Worten:

 

„Danke dass du mir mit deinem Leben beim Kreuztragen hilfst.“

 

Gleichzeitig breitete sich das Gefühl von Wärme in meinem Körper aus und mein Herz wurde vom tiefsten Frieden erfüllt, den ich je erlebt hatte! Mein Verstand brauchte noch Monate, um zu begreifen, aber mein Herz wusste in diesem Augenblick, dass es Jesus war, der zu mir sprach und dass diese Worte die Antwort auf all meine Sinnfragen waren.

 

Von da an begann ein ganz neues Leben für mich. Einige Monate später führte mich der Herr nach einer Medjugorje-Fahrt auf der Suche nach einer täglichen hl. Messe nach St. Blasius. Dort fand ich nicht nur eine geistliche Heimat, sondern in der Loretto Gemeinschaft auch die Familie, nach der ich mich als Scheidungskind immer so sehr gesehnt habe.

 

Mit dem Alkohol ist auch Schluss, weil mein neues Leben so wunderschön und reich gesegnet ist, dass ich jeden Augenblick bei klarem Verstand und vollem Bewusstsein erleben möchte.

 

Meine gesundheitlichen Beschwerden nehmen in letzter Zeit zu, aber es ist so schön, wissen zu dürfen, dass ich mit meinen Krankheiten und Leiden ein kleines Samenkorn für Seine große Ernte sein darf. Ich bin so dankbar für dieses Kreuz, das mich auf Wege des Heils geführt hat, die ich sonst vielleicht nie gefunden hätte.

 

Mein ganzer Dank gilt Jesus, der Mensch geworden ist, um meine Krankheiten zu tragen und mein Kreuz auf sich zu nehmen, und der mir das Leben in Fülle schenkt!

 

Alles für den König! Seid alle gesegnet! <><

 

Euer Christoph


 

 

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